Es reicht! Über Grenzen, Scham und den langen Weg zu einer Welt ohne sexuelle Gewalt.
Ende März 2026 gehen in deutschen Städten Tausende Menschen auf die Straße.
In Frankfurt, Berlin und an anderen Orten versammeln sie sich unter dem Motto “Es reicht!” und fordern lautstark, dass Opfer sexualisierter Gewalt endlich besser geschützt werden. Auslöser ist der Fall Collien Fernandes: Die Schauspielerin und Moderatorin erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann und bezeichnet das, was ihr widerfahren sein soll, als “digitale Vergewaltigung”.In Frankfurt, Berlin und an anderen Orten versammeln sie sich unter dem Motto “Es reicht!” und fordern lautstark, dass Opfer sexualisierter Gewalt endlich besser geschützt werden. Auslöser ist der Fall Collien Fernandes: Die Schauspielerin und Moderatorin erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann und bezeichnet das, was ihr widerfahren sein soll, als “digitale Vergewaltigung”.
Vielleicht verfolgst du die Nachrichten der letzten Tage und fragst dich:
Wenn Körper und Würde zur Verfügungsmasse werden
Sexuelle Gewalt ist schon längst kein Randphänomen mehr. Laut einer aktuellen Studie von Bundesregierung und Bundeskriminalamt hat bereits jede fünfte Frau in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren digitale Gewalt erlebt. Die Frauen hinter dieser Statistik sind echte Menschen: Frauen, die morgens aufstehen, Kaffee trinken, zur Arbeit gehen und abends mit dem Gefühl ins Bett gehen, dass ihr Körper, ihr Bild, ihre Identität nicht mehr ganz allein ihnen gehört.
Und dennoch wird oft geschwiegen oder kleingeredet. Oft heißt es “Stell dich nicht so an!”, “Du hast doch selbst …” oder “Bist du sicher, dass du das nicht falsch verstanden hast?”
Die Scham sitzt tief. Sie ist nicht angeboren, sondern wurde uns beigebracht und anerzogen. Das Problem: Sie schützt die Falschen.

Eine Generation ohne Worte und was sich verändert hat
Ich selbst bin Jahrgang 1967. In meiner Generation gab es keine Aufklärungsprogramme, keine Hotlines, kein Training, das Kindern beigebracht hat, was eine erlaubte Berührung ist und was nicht. Es gab viel sexuellen Missbrauch – und noch viel mehr Scham, ihn überhaupt anzusprechen. Die meisten Betroffenen ertrugen das jahrzehntelang alleine.
Heute arbeite ich seit rund 1,5 Jahren in der Theaterpädogischen Werkstatt und erlebe, wie anders es sein kann.
Wir machen Theaterarbeit mit Kindern aus der dritten und vierten Klasse. Drei Termine, eingebettet in den Schulalltag, begleitet von Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern sowie einer Sozialarbeiterin. Die Kinder lernen, welche Berührungen ihnen gefallen und welche nicht: Sie lernen, das in Worte zu fassen und auch laut zu kommunizieren. Und sie lernen, dass das gilt: sowohl gegenüber Fremden als auch gegenüber Menschen aus dem engsten Umfeld. Denn sexuelle Gewalt kennt keine Fremden, sie passiert genauso oft in der Familie wie im Sportverein und Bekanntenkreis.
Was nach den drei Terminen dann passiert, ist genauso wichtig. Die Themen werden im Klassenverband weiter besprochen, aufgegriffen und verarbeitet. Das bedeutet: Die Kinder sind nicht allein damit.
Und es gibt die Nummer gegen Kummer: 116111, eine kostenlose, anonyme Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die schon seit 30 Jahren existiert. Für meine Generation undenkbar, für die Kinder von heute selbstverständlich: Und das ist gut so!
Wunden, die bleiben und Heilung, die möglich ist
Sexuelle Gewalt hinterlässt immer Spuren. Nicht nur im Gedächtnis, sondern im Körper. Betroffene berichten von Panikattacken, Angstzuständen, sozialem Rückzug und dem Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper verloren zu haben. Das ist keine Schwäche – es ist eine Reaktion des Nervensystems auf etwas, das nicht sein darf.
Wichtig ist aber gleichzeitig auch: Heilung ist möglich.
Sie beginnt damit, dass du gesehen und wahrgenommen wirst.
Dass deine Erfahrung ernst genommen wird. Dass du nicht allein damit bist. Dass du lernst, deinem Körper wieder zu vertrauen und auch dir selbst.
Genau hier setzt bewusste, achtsame Beziehungsarbeit an. Nicht als Ersatz für eine Therapie oder als juristische Unterstützung, sondern als eine Art menschlicher Anker zurück zu dir selbst, zu deinen Empfindungen, zu dem, was dir gut tut und was nicht. Zu einer Sexualität, die sich sicher anfühlt, die von Respekt getragen ist und von echter Begegnung.
Was wird jetzt gebraucht?
Das politische Momentum rund um den aktuellen Fall und Collien Fernandes bieten eine wertvolle Gelegenheit, um Betroffenen eine Stimme zu geben.
Gesetze müssen nachziehen und Lücken im Strafrecht geschlossen werden. Sowohl die Polizei als auch die Justiz brauchen Schulungen, um Betroffene würdevoll zu behandeln.
Doch reichen Gesetze allein aus? Nein! Was wirklich gebraucht wird, ist ein kultureller Wandel: in Schulen, Familien, Köpfen. Eine Gesellschaft, in der Kinder früh lernen, was Einvernehmlichkeit bedeutet. In der Erwachsenewissen, dass Schweigen oder Wegschauen keine Lösung ist. In der Betroffene nicht fragen müssen: “Glaube ich mir überhaupt selbst?“.
Das fängt schon klein an: In einer dritten Klasse, die Theater spielt. An einem Küchentisch, an dem endlich über das gesprochen wird, worüber bisher geschwiegen wurde. In einer Therapiestunde, die den Körper als Verbündeten zurückbringt.
Ein letztes Wort: von Frau zu Frau, von Mensch zu Mensch
Wenn du diesen Beitrag liest und aus eigener Erfahrung weißt, wovon hier die Rede ist, dann möchte ich dir sagen:
Wenn du diesen Beitrag liest und aus eigener Erfahrung weißt, wovon hier die Rede ist, dann möchte ich dir sagen: Du hast dich nicht geirrt. Es war nicht deine Schuld. Und du bist nicht allein. Es gibt Hilfe. Die Nummer gegen Kummer ist für Kinder und Jugendliche da. Für Erwachsene gibt es die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenlos, 24 Stunden). Und es gibt Menschen, die dich begleiten: einfühlsam, professionell und auf Augenhöhe.
- Liebe darf nicht wehtun.
- Intimität darf nicht Angst bedeuten.
Und dein Körper, deine Grenzen, dein Nein: die gehören immer und ausschließlich dir.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie Körperarbeit, Sexualtherapie und bewusste Beziehungsgestaltung deine Heilung unterstützen können, schau gerne hier auf meiner Website rein: Ich begleite dich in 1zu1 Terminen und mit meinen Seminaren.

Ich danke der Existenz, allen Göttinnen und Götter, dass sie mir den Weg zu euch gewiesen haben – und das Angelika so ein wunderbares Seminar gestaltet hat.Mein Ziel war es, wenn ich überhaupt ein Ziel hatte, wieder in meine Lebendigkeit zurückzufinden, in meine Körperlichkeit, in meine Lust – und ja, auch in meine Männlichkeit. Das Wochenende mit Euch hat mich auf den Weg geschickt.
Aber es war der Hammer. Habe seit dem das Gefühl alles fühlen zu können. Ein wunderbares Gefühl, an das ich mit erst gewöhnen muss. Ich spüre in mir eine Wärme ,ein Gefühl der Liebe, ich nehme meine Mitmenschen eher wahr und natürlich meinen Körper. Es fühlt sich großartig an! Wenn nach einer Sitzung dies schon alles möglich ist,
Durch deine warmherzige, offene Art hast du sofort eine Atmosphäre geschaffen, in der wir uns sicher, gesehen und verstanden fühlten. Du hast uns geholfen zu erkennen, was hinter unseren Themen steckt, und uns Wege gezeigt, wie wir als Paar wieder zueinanderfinden können. Wir haben nicht nur einen neuen Blick auf unsere Beziehung gewonnen, sondern auch auf uns selbst. Dank deiner Arbeit haben wir gelernt, wieder tiefer miteinander in Kontakt zu sein.
Ich habe jetzt bereits mehrere Seminare bei Angelika gemacht, die ich alle sehr berührend fand. Inhaltlich sind sie passend zum Thema und logisch aufgebaut.

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Einfühlsame Begleitung mit Angelika Kunjan. Ich begleite Frauen, Männer und Paare in 1zu1 Terminen und mit meinen Seminaren.







